Die Methode

Kollegiale Beratung ist ein systematisches Beratungsgespräch, in dem Kollegen (etwa Führungskräfte oder Projektleiter) sich nach einer vorgegebenen Gesprächsstruktur wechselseitig zu beruflichen Fragen und Schlüsselthemen beraten und gemeinsam Lösungen entwickeln.

Kollegiale Beratung findet in Gruppen von 6 bis 9 Mitgliedern statt, die im regelmäßigen Abstand zusammen kommen. Teilnehmer tragen dabei ihre Praxisfragen, Probleme und "Fälle" vor.

Drei Beispiele für Praxisfragen und Fälle:

  • "Einer meiner Mitarbeiter lässt in letzter Zeit deutlich in seiner Leistung nach. Wie kann ich mit ihm darüber ins Gespräch kommen?"
  • "Ich stehe als Projektleiter am Anfang eines neuen Projektes. Wie kann ich den Auftakt so gestalten, dass sich alle wirklich engagieren?"
  • "Ich habe einen neuen Mitarbeiter bekommen. Er tut sich schwer, sich ins Team zu integrieren und steht abseits. Was kann ich tun, damit er vom Team akzeptiert wird?"

Nach einem festen Ablauf mit 6 Phasen leitet ein anderer Teilnehmer als Moderator die Gruppe durch das Beratungsgespräch und aktiviert dabei die Erfahrungen und Ideen der übrigen Teilnehmer. Unter Anleitung des Moderators beraten somit alle Teilnehmer den Fall und suchen nach Anregungen und Lösungsideen, die den Fallerzähler weiterbringen sollen.

Alle Rollen der kollegialen Beratung wechseln je Fallberatung, es gibt keine festen Rollenverteilungen unter den Teilnehmern. Es gibt keinen Berater oder Experten von außen, der in die Gruppe kommt. Das macht das Kollegiale an der kollegialen Beratung aus.

Ein Durchgang dauert etwa eine dreiviertel bis ganze Stunde, sodass in drei Stunden zwei bis drei Fälle bearbeitet werden können. In vielen Unternehmen werden regelmäßige Kompakttage zur kollegialen Beratung angeboten. Zur Einführung in die kollegiale Beratung wird ein Einführungsseminar empfohlen.

© 2002-2016 Dr. Kim-Oliver Tietze, Hamburg, info (ät) kollegiale-beratung.de